Wellplatten richtig montieren – die wichtigsten Tipps für eine langlebige Überdachung
Wellplatten sind eine beliebte Lösung für Terrassenüberdachungen, Carports, Gartenhäuser oder Unterstände. Sie sind langlebig, lichtdurchlässig und vergleichsweise einfach zu montieren.
Doch damit die Überdachung langfristig dicht bleibt und keine Schäden entstehen, sollten bei Lagerung, Montage und Pflege einige wichtige Punkte beachtet werden.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei der richtigen Verarbeitung von Wellplatten ankommt.
Wellplatten richtig lagern – Schäden vermeiden
Schon vor der eigentlichen Montage beginnt die richtige Verarbeitung.
Eine unsachgemäße Lagerung kann dazu führen, dass sich Platten verformen oder Materialschäden entstehen.
Darauf sollten Sie achten:
- Wellplatten immer auf einer ebenen Unterlage lagern
- Ideal sind Paletten oder stabile Kanthölzer
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, um Hitzeschäden vorzubeugen
- Möglichst trocken, sauber und geschützt lagern
- Im Außenbereich die Platten vollständig gegen Witterung schützen
Gerade bei starker Sonneneinstrahlung können sich Kunststoffplatten aufheizen und verformen. Deshalb sollten sie bis zur Verarbeitung möglichst geschützt gelagert werden.
Die richtige Unterkonstruktion für Wellplatten
Eine stabile Unterkonstruktion ist entscheidend für eine langlebige Überdachung.
Wichtig ist, dass die Konstruktion an Wind- und Schneelasten angepasst wird.
Geeignete Unterkonstruktionen sind zum Beispiel:
- verzugsarmes Holz (z. B. Brettschichtholz)
- Metall-Unterkonstruktionen
Das richtige Dachgefälle
Für Wellplatten wird eine Dachneigung von mindestens 5° empfohlen.
Ein stärkeres Gefälle bringt zusätzliche Vorteile:
✅ besserer Wasserablauf
✅ weniger Verschmutzung
✅ verbesserter Selbstreinigungseffekt
Tipp: Helle oder reflektierende Oberflächen der Unterkonstruktion helfen dabei, starke Wärmeentwicklung zu reduzieren.
Wellplatten immer in Wasserlaufrichtung verlegen
Ein häufiger Fehler bei der Montage ist die falsche Verlegerichtung.
Wellplatten sollten immer in Wasserlaufrichtung verlegt werden.
Dadurch kann Regenwasser optimal ablaufen und Staunässe wird vermieden.
Zusätzlich sollten immer die Angaben des jeweiligen Herstellers zur maximalen Verlegelänge berücksichtigt werden.
Wellplatten richtig befestigen – worauf kommt es an?
Die richtige Befestigung ist entscheidend für eine langlebige und dichte Überdachung. Werden Wellplatten falsch verschraubt, kann es zu Rissen, Spannungen oder Undichtigkeiten kommen.
Deshalb sollten Wellplatten immer mit dem passenden Befestigungsmaterial montiert werden.
Befestigung immer auf dem Wellenberg
Ein besonders wichtiger Punkt:
Wellplatten werden grundsätzlich auf dem Wellenberg befestigt – nicht im Wellental.
Warum?
Die Montage auf dem Wellenberg verhindert, dass Wasser direkt an den Schraubpunkten stehen bleibt oder eindringt. Dadurch wird das Risiko von Undichtigkeiten deutlich reduziert.
Die Befestigung im Wellental sollte vermieden werden, da sich dort Regenwasser sammelt.
Das richtige Befestigungsmaterial verwenden
Je nach Unterkonstruktion kommen unterschiedliche Schrauben zum Einsatz.
Für Holz-Unterkonstruktionen
Bei Holz empfehlen sich:
- Edelstahlschrauben
- Spenglerschrauben mit Dichtung
- Abstandhalter oder Kalotten (je nach Profil)
Für Metall-Unterkonstruktionen
Bei Metall-Unterkonstruktionen werden meist:
- Bohrschrauben für Metall
- Edelstahlschrauben mit Dichtscheibe
verwendet.
Wichtig ist immer, dass die Schrauben korrosionsbeständig sind und eine geeignete Dichtung besitzen.
Warum Abstandhalter und Kalotten wichtig sind
Viele Schäden entstehen durch zu fest angezogene Schrauben.
Deshalb werden häufig Abstandhalter oder Kalotten verwendet.
Diese sorgen dafür:
✅ gleichmäßige Druckverteilung
✅ Schutz vor Materialspannungen
✅ weniger Risiko von Rissen
✅ sichere und langlebige Befestigung
Vor allem bei transparenten Kunststoff-Wellplatten sind sie empfehlenswert.
Bohrlöcher richtig setzen
Da sich Kunststoff bei Wärme ausdehnt, sollten Bohrlöcher immer etwas größer als der Schraubendurchmesser ausgeführt werden.
So bleibt ausreichend Platz für die natürliche Materialbewegung.
Tipp: Für saubere und splitterfreie Bohrungen eignen sich besonders Stufen- oder Kegelbohrer.
Wichtig:
❌ Schrauben niemals zu fest anziehen
❌ keine Spannung auf die Platte bringen
✅ Dichtungen nur leicht anliegen lassen
Die Platte sollte sicher sitzen, aber weiterhin „arbeiten“ können.
Wie viele Befestigungspunkte braucht eine Wellplatte?
Die Anzahl der Befestigungen hängt vom Profil, Material sowie den örtlichen Wind- und Schneelasten ab.
Grundsätzlich gilt:
- Randbereiche benötigen oft mehr Befestigungspunkte
- Überlappungen sollten besonders sorgfältig verschraubt werden
- Herstellerangaben immer beachten
Eine fachgerechte Befestigung erhöht nicht nur die Stabilität, sondern verlängert auch die Lebensdauer der gesamten Überdachung erheblich.
Materialausdehnung beachten – Kunststoff arbeitet
Viele Heimwerker unterschätzen einen wichtigen Punkt:
Kunststoff dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte wieder zusammen.
Deshalb müssen Bohrungen immer genügend Spielraum bieten.
Für saubere und splitterfreie Bohrungen empfehlen sich Stufen- oder Kegelbohrer.
Je nach Material unterscheiden sich die Ausdehnungswerte:
Acryl-Wellplatten
ca. 4–5 mm pro Meter
Polycarbonat-Wellplatten
ca. 3–4 mm pro Meter
PVC-Wellplatten
ca. 3–4 mm pro Meter
GFK-Wellplatten
ca. 1–2 mm pro Meter
Eine fachgerechte Befestigung verhindert Spannungen und spätere Materialschäden.
Verarbeitungstemperaturen beachten
Nicht jede Wellplatte hält dieselben Temperaturen aus.
PVC-Wellplatten
Sollten dauerhaft keiner Temperatur über 60 °C ausgesetzt werden.
Acrylglas-Wellplatten
Sind für Temperaturen bis etwa 75 °C geeignet.
Vor allem bei dunklen Unterkonstruktionen oder intensiver Sonneneinstrahlung sollte dieser Punkt berücksichtigt werden.
Wellplatten richtig abdichten
Wenn Anschlussbereiche oder Dehnungsfugen abgedichtet werden müssen, sollten ausschließlich kunststoffgeeignete Dichtstoffe verwendet werden.
Wichtig:
❌ keine ungeeigneten Silikone verwenden
✅ nur materialverträgliche Dichtmittel einsetzen
Falsche Produkte können Spannungsrisse oder Materialschäden verursachen.
Reinigung und Pflege von Wellplatten
Mit der richtigen Pflege bleiben Wellplatten lange schön und funktionstüchtig.
Für die Reinigung genügt meist:
- reichlich Wasser
- ein weiches Tuch oder Schwamm
- milde Haushaltsreiniger
Vermeiden sollten Sie:
❌ aggressive Reiniger
❌ scheuernde Schwämme
❌ kratzende Werkzeuge
Diese können die Oberfläche dauerhaft beschädigen.
Darf man Wellplatten betreten?
Ein wichtiger Hinweis:
Wellplatten aus Kunststoff sind grundsätzlich nicht direkt begehbar.
Die Platten dürfen niemals unmittelbar betreten werden.
Falls Arbeiten auf der Dachfläche notwendig sind, sollten ausschließlich breite Laufbohlen zur Lastverteilung verwendet werden. Diese müssen sicher auf der tragenden Unterkonstruktion aufliegen.
Fazit: Mit der richtigen Montage halten Wellplatten viele Jahre
Wellplatten sind eine langlebige und praktische Lösung – wenn sie fachgerecht verarbeitet werden.
Besonders wichtig sind:
- richtige Lagerung
- stabile Unterkonstruktion
- ausreichendes Dachgefälle
- Verlegung in Wasserlaufrichtung
- Berücksichtigung der Materialausdehnung
- passende Reinigung und Pflege
Wer diese Punkte beachtet, schafft die Grundlage für eine dauerhaft schöne und stabile Überdachung.
